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31.08.2016

Nigeria: Trotz Devisenmangel interessant

„Nigeria ist ein inspirierendes Land mit viel wirtschaftlichem Potential! Geschäfte in Nigeria zu machen ist nicht einfach, aber die deutsche Wirtschaft kann es sich nicht leisten, nicht hinzugehen,“ resümierte der deutsche Generalkonsul in Lagos, Ingo Herbert, die Situation im westafrikanischen Land beim Wirtschaftsgespräch Nigeria des Afrika-Verein der deutschen Wirtschaft am 31. August in Berlin. Nigeria, als größte Volkswirtschaft des Kontinents, sei gerade mittelfristig sehr interessant für deutsche Unternehmer, so Herbert weiter. Obwohl Nigeria wie viele andere Ölexportländer mit den sinkenden Preisen auf dem Weltmarkt zu kämpfen hat, versucht das Land wirtschaftlich tatkräftig dagegen zu steuern: Die Regierung baut den Agrarsektor aus – möchte Reis exportieren – und investiert in die örtliche Infrastruktur.

Deutsche Unternehmen und Produkte hätten in dem Land einen guten Ruf und genießen hohes Ansehen, wusste der Generalkonsul außerdem zu berichten. Die Hilfeleistungen der Regierung im Norden Nigerias gegen die Terrormiliz Boko Haram, die Unterstützung bei der Ausbildung von Polizeikräften sowie des Militärs, aber vor allem auch die Rolle der Deutschen in der Privatwirtschaft, zum Beispiel mit der Deutsch-Nigerianischen Energiepartnerschaft, werden sehr begrüßt.

Was das Thema Fachkräftemangel angeht, so sollten deutschen Unternehmen den Kontakt zu Nigerianern suchen, die im Ausland studiert haben und nach Nigeria zurückkehren, so Generalkonsul Herbert. Wurzeln in Nigeria und das Studium im westlichen Ausland seien optimales Rüstzeug für eine Anstellung in einer deutschen oder europäischen Firma vor Ort.

Die Politik Buharis wurde von Generalkonsul Herbert gelobt: „Er lebt, was er sagt“. Dies treffe vor allem auf dessen Strategie zur Bekämpfung von Korruption zu. Größtes Problem des Geschäftemachens in Nigeria sei aber weiterhin der Mangel an Devisen im Land. Gerade mittelständische Unternehmen leiden an Importbeschränkungen, die an die Devisenbeschränkungen der nigerianischen Zentralbank gekoppelt sind. Ein Großteil der Rohstoffe, die zur Produktion ihrer Waren benötigt wird, wird importiert.

Am Ende des Gespräches kündigte Sabine Dall’Omo, Geschäftsführerin von Siemens in Süd- und dem Östlichen Afrika und stellvertretende Vorsitzende des Afrika-Vereins, noch an, sich für die Schaffung einer deutschen Auslandshandelskammer in Lagos einzusetzen. Das Delegiertenbüro der deutschen Wirtschaft und die Nigerian-German Business Association arbeiten vor Ort zwar bereits gut zusammen, dennoch könnte eine Kammer die deutsche Wirtschaft vor Ort besser unterstützen und unter anderem als Brücke zwischen deutscher Wirtschaft und nigerianischer Regierung fungieren.