Die heute beginnende Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika hat der deutschen Wirtschaft zusätzliche Geschäfte im Umfang von rund €1,5 Mrd. verschafft. Die Geschäftsaussichten beurteilen die deutschen Unternehmen ebenfalls positiv. Nach einer Umfrage des Afrika-Vereins der deutschen Wirtschaft rechnen 56 Prozent der befragten Unternehmen in den nächsten 12 Monaten mit steigenden Umsätzen. Die positive Einschätzung wird auch durch das Wachstum des deutsch-südafrikanischen Außenhandels im ersten Quartal 2010 unterstützt. Die deutschen Exporte nach Südafrika verzeichneten gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 38,1 Prozent.
Die deutsche Wirtschaft konnte ihre starke Stellung in Südafrika auch für Geschäfte im Rahmen der Fußball-WM 2010 nutzen. „Die Fußball-WM in Südafrika hat sich für viele deutsche Unternehmen zu einem geschäftlichen Erfolg entwickelt“, zieht Hans W. Meier-Ewert, der Geschäftsführende Vorstand des Afrika-Vereins der deutschen Wirtschaft, eine positive Bilanz zum Auftakt der WM. „Allein die Siemens AG schätzt die Umsätze durch die Fußball-WM auf €1 Mrd. Aber auch viele deutsche Mittelständler haben im Vorfeld der WM zusätzliche Geschäfte erzielen können“, sagte Meier-Ewert. „Viele Unternehmen haben die Geschäftschancen in Südafrika erkannt und wollen nun auch dauerhaft in der Kaprepublik bleiben“, verwies er auf den positiven Werbeeffekt der Fußball-WM.
56 Prozent erwarten steigende Umsätze im Südlichen Afrika
Die Geschäftserwartungen für 2010/2011 sind ebenfalls positiv. „In unserer jüngsten Umfrage zum Geschäftsklima im Südlichen Afrika haben 56 Prozent der befragten Unternehmen eine Ausdehnung ihrer geschäftlichen Aktivitäten angekündigt“, sagte Meier-Ewert. In der Umfrage 2009 hatten lediglich 37 Prozent der Unternehmen mit einer geschäftlichen Expansion innerhalb der nächsten 12 Monate gerechnet. Insgesamt bezeichneten 43 Prozent der Unternehmen die derzeitigen Geschäftsaktivitäten als sehr gut oder gut und 35 Prozent als zufriedenstellend. Der wichtigste Markt für die deutschen Unternehmen im Südlichen Afrika ist die Republik Südafrika, in der sich 85 Prozent der befragten Unternehmen geschäftlich betätigen. „Der wachsende Markt ist nach unserer Umfrage der wichtigste Grund für ein geschäftliches Engagement im Südlichen Afrika. Es sind bereits rund 400 deutsche Unternehmen mit einer eigenen Niederlassung in Südafrika aktiv, aber die Chancen vor Ort sollten noch viel mehr nutzen“, sagte Meier-Ewert mit Blick auf das Potential der Kaprepublik.
Gute Aussichten für den Außenhandel in 2010
Deutschland ist einer der größten Investoren in Südafrika und war 2009 nach China der wichtigste südafrikanische Handelspartner. Für Deutschland ist Südafrika der bedeutendste afrikanische Handelspartner und insgesamt auf dem 28. Platz der größten Handelspartner. Lässt man EU-Handelspartner außer Acht liegt Südafrika sogar auf dem 9. Platz noch vor Kanada und Mexiko. Das deutsch-südafrikanische Handelsvolumen erreichte 2009 einen Wert von €9,6 Mrd. – gegenüber 2008 ein Rückgang um 22,6 Prozent. Im ersten Quartal 2010 verzeichnete der Außenhandel jedoch ein starkes Wachstum um 20,8 Prozent von €2,4 Mrd. auf €2,9 Mrd. Allein die deutschen Exporte stiegen um 38,1 Prozent auf €1,8 Mrd. (2009: €1,3 Mrd.). Bei den Importen gab es ein Plus von 4,1 Prozent auf €1,1 Mrd. Besonders gut entwickelte sich der Export der wichtigsten Warengruppe von Kraftwagen und Kraftwagenteilen, deren Exportwert um 49,6 Prozent auf 580 Mio. (€388 Mio) anstieg. Der Export von Maschinen nahm um 9,2 Prozent auf 315 Mio. (€288 Mio.) und der von Chemischen Erzeugnissen sogar um 107 Prozent auf €209 Mio. (€101 Mio.) zu. Im Jahr 2009 hatte es bei den drei Warengruppen jeweils Rückgänge von 22 bis 27 Prozent gegeben.
Wichtigster Standort für Investitionen in Afrika
Der Bestand an Direktinvestitionen deutscher Unternehmen beläuft sich nach Angaben der Deutschen Bundesbank für 2008 auf €4 Mrd. und steht für 64 Prozent der Gesamtinvestitionen in Afrika (€6,2 Mrd.). Insgesamt investieren 411 deutsche Unternehmen in Südafrika. Mit 70.000 Arbeitnehmern setzten sie 2008 €15,2 Mrd. um.
(11. Juni 2010)