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Afrika-Verein mit Bundespräsident Steinmeier in Ghana und Gambia

„Die Bundesregierung kann deutsche Investitionen in Afrika am besten durch den Ausbau von Garantien unterstützen. Ghana ist für die deutsche Wirtschaft ein wichtiges Land, nun müssen dort aber notwendige Reformen umgesetzt werden – und: Nischenländer wie Gambia dürfen wir nicht vernachlässigen, denn auch da gibt es spannende Unternehmerpersönlichkeiten. Dort wollen wir im Rahmen von fünf konkreten Projekten unter anderem in den Bereichen Energie, Landwirtschaft und Gesundheit die Möglichkeiten einer verstärkten Zusammenarbeit ausloten“, bilanziert Dr. Stefan Liebing, Vorsitzender des Afrika-Vereins, die gemeinsame Reise mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

Der AV-Chef und seine Stellvertreterin Sabine Dall’Omo nahmen an der Reise im Rahmen der hochrangigen Wirtschaftsdelegation teil, die von Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries angeführt wurde. Es war Steinmeiers erster Besuch in Afrika seit seinem Amtsantritt im März. Neben dem Ausbau der wirtschaftlichen und politischen Beziehungen stand die Bekämpfung von Fluchtursachen im Vordergrund.

Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries und AV-Vorsitzender Dr. Stefan Liebing (Foto: Hendrik Schott)


Während seiner Gespräche in Accra und Banjul betonte Steinmeier die Bedeutung der deutschen Wirtschaft für den Aufbau Afrikas. Zugleich unterstrich er, dass nur Afrika selbst Lösungen für die wirtschaftlichen und politischen Herausforderungen des Kontinents entwickeln könne. Die deutsche Wirtschaft und Entwicklungszusammenarbeit könnten ihre Partner in Afrika jedoch dabei wirksam unterstützen. So wolle Deutschland insbesondere im Bereich der Energieversorgung und der beruflichen Ausbildung helfen.

Mit seinem Besuch in Ghana wollte Steinmeier ein Zeichen der Unterstützung für ein demokratisches Musterland in Westafrika setzen. Nach einem Briefing durch Mitarbeiter der deutschen Botschaft, der AHK und von Germany Trade und Invest (GTAI) fand am zweiten Tag in Accra ein Wirtschaftsgespräch mit dem Bundespräsidenten und Wirtschaftministerin Zypries statt. Anschließend nahm die Wirtschaftsdelegation an einem deutsch-ghanaischen Wirtschaftsforum teil. Danach erfolgte in Anwesenheit des Bundespräsidenten und von Ghanas Präsident Nana Akufo-Addo die Unterzeichnung einer Absichtserklärung über die bilaterale Reformpartnerschaft zwischen Deutschland und Ghana durch den Staatssekretär des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Friedrich Kitschelt.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Ghanas Präsident Nana Akufo-Addo (Foto: Hendrik Schott)

 

Deutschland wird Ghana bei der Förderung von erneuerbaren Energien, Energie-Effizienz und der beruflichen Bildung zusätzlich mit insgesamt 100 Millionen Euro unterstützen. Kitschelt erklärte in Accra: „Die Reformpartnerschaft verbessert die Voraussetzungen für privatwirtschaftliche Entwicklung in Ghana und wird für die junge Generation zahlreiche Arbeitsplätze und somit Perspektiven vor Ort schaffen. Die Privatwirtschaft muss mit ins Boot geholt werden, um die Beschäftigung auf Kurs zu bringen. Afrika braucht Wertschöpfung, damit dort neue Jobs entstehen. Ich freue mich daher sehr, dass nach Tunesien und der Elfenbeinküste nun auch die Reformpartnerschaft mit Ghana beginnt.“


Nach einem Besuch des Inkubators iSpace und Gesprächen mit ghanaischen Unternehmensgründern traf sich die Wirtschaftdelegation mit Ghanas Energieminister Agyarko. Bei einem Besuch einer Ausbildungswerkstatt der Volkswagen Tochter Scania in der Nähe von Accra informierte sich dann der Bundespräsident, wie der Lastwagenbauer das deutsche Modell der dualen Berufsausbildung in Ghana umsetzt. Am letzten Besuchstag in Ghana eröffnete Staatssekretär Kitschelt in Anwesenheit von Bundespräsident Steinmeier ein Migrationsberatungszentrum. Junge Ghanaer sollen dort Informationen über neue Möglichkeiten erhalten, auf legalem Wege Studien- und Ausbildungsplätze in Deutschland zu erhalten. Zugleich sollen Rückkehrer aus Europa bei der Integration in den ghanaischen Arbeitsmarkt unterstützt werden.


In Gambia führte die Wirtschaftsdelegation Gespräche mit dem Energieminister und dem Wirtschaftsminister, da eine der wichtigsten Prioritäten in Gambia die Sicherung der Energieversorgung sei. Als erster Schritt ist die Instandsetzung bereits vorhandener Generatoren geplant. Danach möchte Deutschland Maßnahmen für eine langfristige und nachhaltige Energieversorgung in Gambia unterstützen. Am letzten Besuchstag standen eine Besichtigung des Hafens in Banjul und Gespräche mit gambischen Kabinettsmitgliedern auf dem Programm. Das Thema Ausbildung stand im Fokus des Besuchs des Gambia Technical Training Institute (GTTI). Gambia ist der flächenmäßig kleinste Staat Afrikas und hat rund zwei Millionen Einwohner. Trotz des relativ kleinen Marktes nahm ein Großteil der hochrangig besetzten Wirtschaftsdelegation auch an Steinmeiers zweitem Reiseabschnitt teil.

Die Liste der Mitglieder der Wirtschaftsdelegation illustriert die Vielfalt der an Ghana und Gambia interessierten Branchen. So waren unter anderem Siemens, Robert Bosch GmbH, C. Woermann GmbH & Co. KG, Allianz Global Corporate & Speciality, B. Braun Melsungen AG, Andritz Hydro GmbH, Merck, Conjuncta GmbH, Hospital Engineering GmbH, Inros Lackner SE, STRABAG International GmbH, Schaeffler Technologies AG & Co. KG, Symex Partec GmbH, die Amatheon Agri Holding und Mobisol vertreten.

In Ghana unterzeichnete der Afrika-Verein der deutschen Wirtschaft während der Reise ein Memorandum of Understanding (MoU) mit der Private Enterprise Federation (PEF) Ghana.