Zum Vorsitzenden des Afrika-Vereins wurde einer der Geschäftsführer der Woermann-Linien, der Kaufmann Lothar Bohlen, gewählt. Bohlen reiste 1935 im Auftrag des Vereins entlang der Westküste Afrikas nach Südafrika, um Informationen für den Handel einzuholen und vor Ort Kontakte zu knüpfen. Im Anschluss berichtete er über den wirtschaftlichen Boom in Südafrika, an dem er sich für die Zukunft einen größeren Anteil für deutsche Unternehmen erhoffte.
II. Weltkrieg und Wiedergründung
Während des Krieges fand der Afrika-Verein seine Hauptaufgabe darin, als Kontaktstelle für Angehörige und Unternehmen zu internierten Deutschen in Gefangenenlagern in Afrika zu fungieren. Der Verein sammelte jährlich Spenden, um beispielsweise 1941 „300 Internierte in den verschiedenen Lagern persönlich mit Liebesgaben durch das Rote Kreuz (Rauchwaren, Reinigungsmittel, Seife, Süßwaren, Bücher usw.)“ zu versorgen. Unmittelbar nach Kriegsende legte der amtierende Vorstand des Vereins seine Ämter nieder. Zum kommissarischen Vorsitzenden wurde Rudolph Helm (Hansing & Co.) ernannt. Am 25. Mai 1948 rief Helm die erste Mitgliederversammlung des Afrika-Vereins nach Ende des Krieges ein. Der Verein zählte zu diesem Zeitpunkt nur noch 44 Firmen- und 7 persönliche Mitglieder.