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Foto Credit: Jennifer Fey

 

"Es kann uns nur nützen, wenn Afrika stark wird."

Dunja Hayali im Gespräch mit dem Afrika-Verein

Frau Hayali, vor ein paar Jahren sind Sie gemeinsam mit dem Bestseller-Autoren Henning Mankell für eine ZDF-Reportage durch Afrika gereist. Was hat Sie dort am meisten beeindruckt?

Die Stärke der Frauen, die Kreativität, die Natur, das Licht, die Entschleunigung meiner eigenen Geschwindigkeit, der Perspektivwechsel, der Wille zur Veränderung, die Lust zu Lernen. Den Satz „Hilfe zur Selbsthilfe“ habe ich erst durch die Reise verstanden.

Haben Sie Afrika als den notleidenden Krisenkontinent wahrgenommen, den man oft im Fernsehen zu sehen bekommt?

Ja und nein. Natürlich gibt es dort HIV und Kindersterblichkeit, aber es gibt eben auch eine andere Seite.

Sie haben die Mutter eines auf dem Weg nach Europa ertrunkenen Flüchtlings getroffen, die sich dafür engagiert, dass weniger Flüchtlingsboote die afrikanische Küste verlassen und die jungen Männer eine Perspektive im eigenen Land haben. Ist das der Schlüssel: Selbsthilfe?

Absolut. Und acht Jahre nach unserem Film wird das nun auch allen vor Augen geführt. Nicht nur Politikern, Entscheidern und Investoren, sondern uns allen. Durch die Flüchtlinge zeigt sich jetzt, dass die alte Afrika-Politik wie ein Bumerang zu uns zurückkommt. Einen Wandel sieht man an so kleinen Dingen wie dem Namen des zuständigen deutschen Ministeriums. Weg von „Entwicklungshilfe“ hin zu „Entwicklungszusammenarbeit“. Nur muss das natürlich auch mit Leben gefüllt werden.

Seit 2005 sind Sie Plan-Patin? Warum?

Weil ich ein Stück von meinem Glück abgeben wollte. Jeder von uns kann etwas tun. Da geht es nicht nur um Geld, sondern auch um Engagement.

Ihr Patenkind ist ein Mädchen aus Mali. War das eine bewusste Entscheidung?

Ja, war es. Ich wollte ein Mädchen vor der Beschneidung schützen und ihr schulische Möglichkeiten bieten. Das Gute bei Plan ist, dass es eine sehr personenbezogene Hilfe ist. Seit kurzer Zeit bin ich auch im Aufsichtsrat von „Save the Children“.

Eine persönliche Einschätzung: Was wird aus Afrika?

Ich hoffe, dass durch die Flüchtlingssituation ein Umdenken stattgefunden hat und weiter stattfindet. Es muss vor allem nachhaltig und langfristig sein. Es kann uns nur nützen, wenn Afrika ein starker Kontinent wird.