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Elektrizitätsversorgung/Landwirtschaft: Große Hoffnungen auf Privatsektor

Unter dem Titel „Sierra Leone: Africa’s New Investment Destination“ hat die sierra-leonische Regierung vom 16. bis 17. November in Freetown eine Kon-ferenz veranstaltet, um bedeutende Möglichkeiten für private Investoren vor-zustellen. Sein Land, betonte Handels- und Industrieminister Richard Konteh, sei dabei, sich selbst umzufirmieren und wolle nicht länger das Bild eines vom Bürgerkrieg sich erholenden Staates bieten. Man wisse, dass es noch Miss-verständnisse gebe und viele nur an Krieg dächten, wenn von Sierra Leone die Rede sei, dass man nur an Unzivilisiertheit und Amputierte denke. Dies sei jedoch nicht die Wahrheit, Sierra Leone sei nun ein Land, dass für Investitionen in den Bereichen Landwirtschaft, Energie, Tourismus, Bergbau und Fischerei offenstehe. Der Privatsektor, so Konteh, spiele eine Schlüsselrolle für die künftige wirtschaftliche Entwicklung. Ausländische Investoren würden auch dazu beitragen können, dass der heimische Privatsektor gestärkt und entwi-ckelt wird. Es gelte daher, Partnerschaften aufzubauen.

Dem IWF zufolge betrug das Realwachstum 2010 fünf Prozent. Das Land ha-be auch im laufenden Jahr  eine „kräftige wirtschaftliche Aktivität“ gezeigt, was vor allem der Entfaltung des Agrar- und des Bergbausektors zuzuschreiben sei. Allerdings sei die Inflation aufgrund der höheren Preise für Treibstoffe und Nahrungsmittel noch hoch. Nach dem „Ease of Doing Business Index“ der Weltbank hat sich Sierra Leone im Ranking um neun Plätze verbessert und wird 2012 Rang 141 (von 183) einnehmen.

In der Energiewirtschaft setzt man auf die Wasserkraft. Die erste Phase des Bumbuna-Projekts am Fluss Seli ist vollendet; mit der kalifornischen Joule Investments  Group ist ein Vertrag geschlossen worden, der die Erhöhung der Produktion von 50 auf 400 MW  beinhaltet. Neben weiteren kleineren Wasser-kraftwerken werde man, erklärte Konteh, auch in hohem Maße in regenerative Energien wie die Sonnenenergie sowie in Biokraftstoffe investieren.

Was die Landwirtschaft betrifft, seien bereits große Anstrengungen unter-nommen worden. Sierra Leone soll zum Nettoexporteur von Reis werden, noch aber seien größere Investitionen für Bewässerungssysteme erforderlich, damit jährlich mehrere Reisernten möglich werden.

Dass Sierra Leone nicht länger bekannt sei allein durch frühere Kriegsgräuel und Blutdiamanten, werde auch dem Tourismus zugutekommen, erklärte der Minister. Man wolle sich der Welt als friedensliebendes, freundliches und tole-rantes Land darbieten und als attraktives touristisches und wirtschaftliches Ziel gelten. Dazu soll auch beitragen, dass die verabschiedeten Antikorrupti-onsgesetze zu den härtesten in Afrika gezählt werden. (pm)