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Gesundheitswesen: Nationaler Notstand und Schulschließungen wegen Ebola-Epidemie

Einen Tag, nachdem die liberianische Regierung die Schließung der Schulen des Landes beschlossen, einige Gemeinden unter Quarantäne gestellt und „alle nicht wesentlichen“ Bediensteten der öffentlichen Verwaltung für 30 Tage in Zwangsurlaub geschickt hat, hat Sierra Leones Präsident Ernest Bai Koroma angesichts der bisher schlimmsten Ebola-Epidemie in Westafrika am 31. Juli den nationalen Gesundheitsnotstand für sein Land ausgerufen. Nach UN-Angaben  sind seit Februar dieses Jahres bis zum 30. Juli 672 Menschen in Westafrika an dem tödlichen Virus gestorben, 224 davon in Sierra Leone. Anderen Quellen zufolge sollen es in Westafrika sogar 729 sein. Die WHO berichtete, dass es allein zwischen dem 24. und 27. Juli  57 neue Todesfälle in Guinea, Liberia, Sierra Leone und Nigeria gegeben habe.
Auf dem Lungi International Airport in Freetown müssen sich nunmehr alle ankommenden und abreisenden Passagiere einer Untersuchung unterziehen. Die regionalen Fluggesellschaften Arik und Asky haben alle Flüge von Nigeria nach Freetown und Monrovia  storniert, nachdem ein aus Liberia kommender US-amerikanischer Passagier in Lagos an den Folgen der Virusinfektion gestorben ist. Nigerianische Behörden haben 59 Personen identifiziert, die mit dem Amerikaner in Kontakt geraten waren, nachdem dessen Flugzeug in Ghana und Togo zu Zwischenstopps gelandet war. Auch die ghanaische Regierung hat veranlasst, dass alle aus westafrikanischen Ländern kommende Reisende Messungen ihrer Körpertemperatur über sich ergehen lassen müssen; in drei Städten Ghanas wurden Isolierzentren eingerichtet.
Zu den Folgen der Epidemie gehört, dass die USA 340 Freiwillige ihres Peace Corps aus Liberia, Sierra Leone und Guinea abgezogen haben, nachdem zwei Angehörige in Berührung mit einer Person gekommen waren, die später der Krankheit zum Opfer fiel.
Zu den Todesopfern in Sierra Leone gehört der Arzt Dr. Sheik Umar Khan, der selbst den Kampf gegen den Ebola-Virus anführte. Er wurde am 31. Juli beerdigt. Präsident Koroma sagte wegen der Krise seine Teilnahme am USA-Afrika-Gipfeltreffen ab, das vom 4. bis 6. August in Washington stattfindet.
Liberias Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf hat den 1. August zum arbeitsfreien Tag erklärt, damit alle öffentlichen Gebäude desinfiziert werden können.
Bis zu 90 Prozent der mit dem Ebola-Virus infizierten Personen müssten sterben, heißt es. Doch gäbe es eine höhere Überlebenschance, wenn frühzeitig eine Behandlung erfolgt. (pm)