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Gesundheit/Wirtschaft: Ebola-Epidemie bedroht die Wirtschaftsentwicklung

Die Ebola-Epidemie in Westafrika, die als schlimmste seit der Entdeckung der Krankheit im Jahr 1976 gilt,  hat nach Angaben der WHO mit Stand vom 8. September in Guinea, Liberia, Sierra Leone und Nigeria bereits etwa 2.100 Todesopfer gefordert. Sie greife inzwischen auch auf Senegal über. Allein in Liberia seien bereits 1.089 Menschen an der Viruserkrankung gestorben, die sich exponentiell ausbreite. Um sie eindämmen zu können, bedarf es nach WHO-Schätzungen eines Zeitraums von bis zu neun Monaten; man rechnet mit bis zu 20.000 Menschen, die infiziert werden. Allein in der liberianischen Region (County) Montserrado mit der Hauptstadt Monrovia seien, so die WHO, mindestens 1.000 Betten für Ebola-Patienten dringend erforderlich. Die internationale Hilfe von Regierungen und Organisationen müsse verdrei- bis vervierfacht werden, um der Epidemie Herr zu werden. So habe in Liberia vor Ausbruch der Krankheit für knapp 100.000 Einwohner nur ein Arzt zur Verfügung gestanden; inzwischen seien dort 152 Beschäftigte des Gesundheitsdienstes infiziert worden und 79 gestorben.

Die Vorstandschefs und Geschäftsführer von elf Unternehmen in Westafrika, darunter ArcelorMittal, Randgold Resources, London Mining, IAMGOLD, Newmont, Aureus Mining und Hummingbird Resources, haben die internationale Gemeinschaft aufgefordert, ihre Anstrengungen im Kampf gegen die Krankheit zu verstärken, die die Stabilität der ganzen Region bedrohe. Ohne deren Hilfe komme es wirtschaftlich zu einer Katastrophe, nachdem viele Volkswirtschaften nach Jahrzehnten des Bürgerkrieges gerade begonnen hätten, sich stabil zu entwickeln. Die Ölgesellschaft Exxon Mobil  spendete dem liberianischen Roten Kreuz US-$ 150.000.

In einer Krisensitzung der Afrikanischen Union in Addis Abeba wurde beschlossen, die Reisebeschränkungen für die von Ebola betroffenen Länder wieder aufzuheben. In den vergangenen Monaten waren mehrere Grenzen geschlossen worden, obwohl die WHO gewarnt hatte, dass dies unter anderem zu Nahrungsmittelknappheiten führen könne. AU-Präsidentin Nkosazana Dlamini-Zuma sagte, dass man erwarte, dass alle AU-Mitgliedsländer diesen Beschluss auch umsetzen.

Die EU hat mittlerweile Finanzhilfen im Umfang von € 140 Mio. zur Verfügung gestellt. € 38 Mio. davon sollen der Verstärkung der Gesundheitsdienste und der Verbesserung der Lebensmittelversorgung dienen. Mit € 5 Mio. sollen die Labore besser ausgerüstet und die Ausbildung der medizinischen Personals gefördert werden. € 97,5 Mio. kommen Liberia und Sierra Leone zugute, damit diese Länder die Leistungskapazität ihrer öffentlichen Dienste insbesondere im Gesundheitsbereich erhöhen und ihre wirtschaftliche Stabilität stärken können. Auch ist bereits mit der Errichtung mobiler Laboratorien in Guinea, Nigeria und Liberia begonnen worden. (pm)