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Politik: Gemeinsame Aktionen gegen Piraterie

In diesem Jahr haben sich bereits mehr als 30 Fälle von Seepiraterie vor der westafrikanischen Küste ereignet, weshalb die Regierungen der Region im Oktober in Cotonou über koordinierte Aktionen gegen diese Überfälle beraten wollen. Zu den letzten bewaffneten Übergriffen gehört die Attacke auf den spanischen Öltanker „Mattheos I“ am 15. September vor der Küste von Togo. Zehn Tage später wurde bekannt, dass das Schiff und seine 23-köpfige Be-satzung ohne Lösegeld wieder freikamen, allerdings hätten die Piraten einen Teil des geladenen Dieseltreibstoffs gestohlen.
Angesichts des Anstiegs derartiger Vorfälle im Golf von Guinea wollen die Regierungen verstärkt gemeinsame Patrouillen zwischen Benin und Nigeria in Gang setzen, wofür auch die Seestreitkräfte von Togo und Ghana gewonnen werden sollen. ECOWAS-Präsident  James Victor Gbeho rief zu einer dauer-haften Bündelung der Operationen aller Küstenstaaten auf, weil sonst ernst-hafte wirtschaftliche Konsequenzen für die Länder drohten. Versicherer in London hätten Benin bereits auf die Liste der für die Schifffahrt hochriskanten Zonen gesetzt und höhere Gebühren für Schiffe gefordert, die die Region passieren.
Berichten zufolge sind Frankreich und die USA um Hilfe gebeten worden. Die französische Fregatte „Germinal“ überwacht bereits die Küstengewässer von Benin, Togo und Ghana; zudem helfen die Franzosen bei der Ausbildung des Marinepersonals dieser drei Länder. Auch ein Schiff der US Navy, die „HSV Swift“, operiert im Golf von Guinea und hat ebenfalls die Aufgabe, das Sicher-heitstraining der afrikanischen Partner im Rahmen eines Programms namens Africa Partnership Station (APS) zu unterstützen.

Im Zusammenhang mit der Seepiraterie hat die Volksrepublik China Benin Kredite und Zuwendungen im Umfang von insgesamt 34 Millionen US-Dollar gewährt, damit das Land besser gegen die Übergriffe vorgehen kann. Dies gab das Präsidialamt kurz nach der Rückkehr von Präsident Boni Yayi von einem mehrtägigen Besuch Chinas bekannt. 5,5 Millionen US-Dollar davon sollen für den Kauf eines Patrouillenbootes verwendet werden, nachdem allein in diesem Jahr nur vor der Küste Benins schon 19 Schiffe bewaffneten Atta-cken ausgesetzt worden sind. (pm)