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Tunesien einigt sich auf Übergangspräsidenten

In Tunesien haben sich die islamistischen Wahlsieger mit der zweitstärksten Partei, dem liberalen Kongress für die Republik (CPR), auf einen Übergangspräsidenten geeinigt. Demnach wird das Land das kommende Jahr nicht von einem Islamisten geführt, sondern von CPR-Gründer Moncef Marzouki.

Marzouki leitete der die tunesische Liga für Menschenrechte und war 1994 vier Monate inhaftiert, nachdem er versucht hatte, bei Wahlen gegen den langjährigen Machthaber Zine el-Abidine Ben Ali anzutreten. 2001 hatte er die linksgerichtete Oppositionspartei Kongress für die Republik (CPR) gegründet, die kurz darauf verboten wurde. Anschließend ging er ins Exil. Jetzt soll Marzouki das Land ein Jahr lang als Staatschef führen, bis eine neue Verfassung geschrieben sei, so Pressemeldungen.
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Die islamistische Partei Ennahda unter Rached Ghannouchi, die als stärkste Kraft aus den Wahlen vom Oktober hervorgingen, gilt als weit weniger konservativ als andere islamistische Parteien in der Region. Die Akzeptanz von Marzouki als Übergangspräsident  bekräftigt diese Einschätzung und scheint zu bestätigen, dass die  Ennahda keine radikalen Veränderungen in Tunesien plant.

Eigenen Angaben zufolge will sich die Ennahda für Glaubens- und Meinungsfreiheit sowie für die Rechte von Frauen einsetzen und plant ein roßes Bildungsministerium. (ben)