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Wirtschaft: Umgestaltung geht langsam voran

Präsident Ernest Bai Koroma  hat seine Landsleute zur Geduld aufgefordert, weil die wirtschaftliche Entwicklung trotz neuer Eisenerzminen und der Ölexploration langsamer verlaufe als vorausgesagt worden sei. Mit dem Versprechen neuer Jobs und der Verbesserung der Infrastruktur waren Koroma und die Regierungspartei All People’s Congress (APC) im November vergangenen Jahres mit 58,7 Prozent der Stimmen für eine zweite Amtszeit wiedergewählt worden. Allerdings wurde das Ergebnis von  der oppositionellen Sierra Leone People’s Party  (SLPP), die auch das Gericht anrief, heftig bestritten.
Nachdem es 2012 aufgrund der ausländischen Investitionen im Bergbausektor noch ein Wachstum von 15,2 Prozent gab, rechnet die Zentralbank für dieses Jahr nur noch mit 13,2 Prozent Zuwachs. Zwar ist es gelungen, den Anteil der in absoluter Armut Lebenden in den Städten zwischen 2003 und 2011 auf 30 Prozent zu verringern, doch müssen in den ländlichen Gebieten noch immer 72 Prozent der Bevölkerung von monatlich etwa US-$ 30 leben. Beklagt wird der nach wie vor bestehende große Mangel an Arbeitsplätzen für junge Menschen.  Die Regierung hat eine Agenda for Prosperity, einen auf fünf Jahre angelegten Plan zur Armutsreduzierung, aufgelegt und das Ziel ausgegeben, das Land bis 2035 zu einem „Middle-Income Country“ zu entwickeln. Beobachter weisen aber darauf hin, dass sich hierfür die Wirtschaftsleistung verdreifachen müsste. Noch seien die Einnahmen aus dem Bergbau gering und bis zu bedeutsamen Erträgen durch die Ölförderung sei es noch ein langer Weg. Private Unternehmen hätten nahezu keinen Nutzen von ausländischen Investitionen. Es gebe keine einzige sierra-leonische Bank, die etwa den  Bergbau unterstützen wolle. Die Regierung habe eine neue Form der Kreditaufnahme beschlossen und wolle die Zinsen bei Inlandsschulden dramatisch senken, um Kredite für private Unternehmen zu erleichtern.  

Nach wie vor spielen die internationalen Geber eine große Rolle: In diesem Jahr tragen sie 22,2 Prozent zu den Staatseinnahmen bei.
Um die Millenniumsentwicklungsziele bis 2015 zu erreichen, sei, heißt es, noch ein harter Kampf erforderlich. So sei es gelungen, von 1990 bis 2010 die Kindersterblichkeit um 29,6 Prozent zu verringern, doch sei sie, mit 114 pro 1.000 Todesfällen, noch immer die höchste ganz Afrikas. Auch die  Mütter-sterblichkeit mit 857 pro 100.000 Lebendgeburten gehöre zu den höchsten auf dem Kontinent. Ein Programm der kostenfreien Gesundheitsfürsorge für Mütter mache Fortschritte, doch auf dem Land komme dieses infolge  schlechter Straßenverhältnisse kaum zur Geltung. (pm)