Wirtschaft: Umstrittenes Seilbahnprojekt erhält Umweltgenehmigung
In Madagaskar wurde das Seilbahnprojekt in der Hauptstadt Antananarivo vom nationalen Umweltamt (ONE) genehmigt. Die Infrastruktur, die den Verkehr in der Hauptstadt des Archipels entlasten soll, hat unter Anwohnern und Umweltschützern eine Kontroverse ausgelöst.
Madagaskar wird bald über zwei Seilbahnlinien verfügen, die fünf Bezirke der Stadt Antananarivo miteinander verbinden. Das Seilbahnprojekt in der madagassischen Hauptstadt, das vom Staatssekretär für neue Städte und Wohnungsbau unterstützt wird, hat gerade eine Umweltgenehmigung vom Nationalen Umweltamt (ONE) erhalten.
Nach Angaben der madagassischen Behörden wird diese Genehmigung die Fortsetzung der technischen und geotechnischen Studien und den Beginn der Arbeiten ermöglichen. Einige Anwohner weisen jedoch auf die Gefahr von Erdrutschen in der Hauptstadt während der Regenzeit hin. Für einige Umweltschützer ist dieses Projekt weniger wichtig als die Stromausfälle und die Überschwemmungsgefahr, die durch die baufälligen Deiche, das Fehlen von Abwasserkanälen, die anarchische Entwicklung und die schlechte Abfallentsorgung verursacht wird. All diese Probleme stellen das Ziel dieser Seilbahn in Frage.
Entlastung von Tananarive
Dank der 78 Masten, die in Antananarivo errichtet werden, dürfte die mit einem 152-Millionen-Euro-Darlehen Frankreichs finanzierte Infrastruktur die Verkehrsstaus verringern. Die erste Linie, die so genannte "Rote Linie", wird 4 Stationen und 19 Masten umfassen. Sie ist 9,21 km lang und wird Anosy und Ambatobe in 30 Minuten miteinander verbinden. Die zweite Linie, die "Gelbe Linie", wird Anosy und Ambanidia in 10 Minuten über eine Strecke von 2,60 km verbinden. Insgesamt soll die Seilbahn 40.000 Fahrgäste pro Tag befördern.
Die Arbeiten, die im Juni 2022 beginnen sollen, werden von den französischen Unternehmen Colas (einer Tochtergesellschaft der Bouygues-Gruppe) und Poma, einem Spezialisten für Seilbahnen, durchgeführt. Diese beiden Unternehmen werden auch für die Verlegung der endgültigen Trasse der Leitungen im April verantwortlich sein. Nach Angaben der madagassischen Regierung wird das Projekt noch vor den Inselspielen im Indischen Ozean (IOIG), die das Land im Jahr 2023 ausrichten wird, in Betrieb genommen werden. (Afrik21)







